Van Dyke World




„Tun Sie ab jetzt nur noch das, was Ihnen Spaß macht, und genießen Sie Ihren bezahlten Urlaub!“ Mit diesen Worten verabschiedete mich mein Coach, als wir herausfanden, was ich als junger Mensch gerne gemacht hatte. „Schreiben“, antwortete ich ohne Zögern. Genau – früh wusste ich: Schreiben ist das, wofür ich brenne. Der Spruch „Persönlichkeitsentwicklung ist Persönlichkeitserinnerung“ war nicht falsch und die Frage „Wer warst du, bevor du angefangen hast, dir miese Geschichten über dich selbst zu erzählen?“ war beantwortet. Nach beruflichen Umwegen, die zwar die Fach- und Ortskenntnis förderten, aber mich nirgendwohin brachten, fand ich meine Leidenschaft zum Ende des Studiums wieder: als Nachwuchs-Journalist in der Pressestelle der Universität. Es folgten ereignisreiche Jahre als freier Wissenschaftsjournalist, mit Aufträgen für das Wissenschaftsministerium NRW, den Rheinischen Merkur und Forschungsland NRW. Meine Karriere verlief geradlinig – nur eben nicht nach oben. Klinkenputzen, Recherchieren, Texte verschicken, Rechnungen schreiben: Dieses Leben als freier Mitarbeiter war aktuell noch easy, würde aber früher oder später in die Sackgasse führen. Zeitungen wurden eingestellt, Redaktionen geschlossen oder überlebten mit kostenlos zugespielten PR-Artikeln. Und damals gab es nicht einmal den neuen Kollegen: Künstliche Intelligenz! Und die Arbeit vor laufender Kamera oder vor dem Mikrofon konnte ich mir damals nicht vorstellen. Im Projektmanagement bei einem Großkonzern fand ich neue und spannende Aufgaben. Organisieren, Recherchieren, Planen bis ins Detail – eine weitere Gabe, die ich mit Leidenschaft ausleben durfte. Alles lief bestens, bis eine Unternehmensfusion mit anschließender Entlassungswelle meine Komfortzone zerstörte. Mit Mitte vierzig stand ich vor einem Arbeitsmarkt, dessen Türen sich für meinen Lebenslauf nicht öffnen wollten. So landete ich im öffentlichen Dienst. Meine Überlebensstrategie: Heimlich schrieb ich satirische Kurzgeschichten, die die Absurditäten des Behördenalltags bloßlegten. Entgegen der landläufigen Meinung türmte sich die Arbeit bei mir und meinen Koleg:innen bis zur Decke. Und es war kein Land in Sicht. Immer mehr Regelungen und Formulare, bis zur maximalen Unklarheit darüber, wie man seinen Job machen sollte. Die Reaktionen unserer Kunden reichten bis zu herausgerissenen Geländern im Fahrstuhl. Nachdem mich Kollege Burn-out zu Boden geschickt hatte, kam ich langsam wieder zur Besinnung. Die Berufung, dickere Bretter zu bohren, mit Kreativität, Spaß, Spannung und großen Visionen meldete sich wieder. Und wieder hatten die Personaler und ihre Algorithmen etwas auszusetzen: zu alt, überqualifiziert, unsteter Lebenslauf, unterfordert, überfordert, falscher Ort und falsche Zeit. Um meine Lebensfreude wieder zu trainieren, gönnte ich mir eine Ausbildung zum zertifizierten systemischen Coach. Seitdem finde ich es faszinierend, wie man vollkommen fremde Menschen mit wenigen gezielten Fragen zum Nachdenken bringen kann. Und zum Vor-Denken einer besseren Zukunft. Heute tue ich endlich das, was mir Freude macht. Coachen und Schreiben. Wenn inspirierender Lesestoff dabei herauskommt, in den ihr euch wegträumen könnt, bin ich glücklich. Wenn Menschen mir lachend die Hand geben und endlich wissen, welcher Weg für sie der richtige ist, ist das eine tolle Erfahrung. Und eines Morgens wachte ich auf und wusste: Das ist es! Die Sekte der AI war geboren – Abenteuer, spirituelle Science-Fiction, ein Schuss Romantasy. Genau das, was ich selbst so gerne verschlungen habe, wie damals die „Fünf Freunde“-Bücher meiner Jugend. Meine Romane enthalten keine schwer verdauliche Kost aus der intellektuellen Hochliteratur. Stattdessen fließen Anregungen aus Psychologie und Religion ein. Auf Brutalitäten und menschenverachtende Szenen verzichte ich bewusst. Dafür trifft meine erzählerische Fantasie auf möglichst wissenschaftlichen Hintergrund – und auf die Lebensrealitäten ganz normaler Menschen, manchmal auch auf anderen Planeten. Viel Spaß beim Lesen! Euer Peter